Pflaumenliebe im August
Des Tages Schwüle liegt noch schwer,
Getreidefelder abgemäht und leer.
Schwanger ist die Abendluft
von geheimnisvollem, süßen Duft.
Woher?
Dort hinten an der Wiesen Saum
ein knorriger und krummer Baum,
voll mit gelben, leuchtend hellen
Unmengen reifer Mirabellen.
Er lockt.
Sofort verführt von dem Geruch
greift die Hand, doch welch ein Fluch!
Noch ungepflückt spritzt Saft aus diesen Dingern,
rinnt gärig, klebrig von den Fingern.
Wie ärgerlich.
Doch nun beginnt der wahre Graus:
Hunderte Ameisen schwärmen aus,
fliegen beschwipst und taumeln ganz
berauscht in ihrem Hochzeitstanz.
Oh weh!
Verwechseln Mensch und Pflaumenbaum,
und nun beginnt ein Horrortraum:
Trunken traktieren sie das Opfer schwer,
schwirren gar dem Obstdieb hinterher.
Nur weg!
Flink flitzt der über Wiesen, übers Feld,
weil ihn nichts mehr bei dem Obstbaum hält.
Eine liebestolle Königin, die klemmt
noch immer unter seinem Hemd
und krabbelt.
Grillen, die grad Dämmerkonzert machen,
scheinen über ihn zu lachen.
Der Mond geleitet ihn aus seinem Traume,
leuchtet bernsteingelb wie eine Pflaume
und grinst.
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